Andreas Jäger wurde als Ö3-Wetterstimme bekannt. Als „Wettermann“ war er im ORF und bei ATV zu sehen. Heute arbeitet er bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien. Nimbo hat den Wetter- und Klimaexperten um seine Meinung zum Klimawandel gebeten.
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Nimbo: Hallo Andreas! Du hast Wetterkunde studiert. Hast du dich schon als Kind dafür begeistert oder kam das Interesse für Wetter und Klima erst später?
Andreas: Ich habe als Schüler nie die Idee gehabt, dass man so was überhaupt studieren kann. Mein Interesse am Studium kam erst später. Geweckt wurde es aber sicher schon durch meinen extrem guten Lehrer in der Schule. Er erklärte uns schon sehr spannend wie das Wetter funktioniert. So kam ich dann schließlich zur Wetterkunde.
Nimbo: Ist der heutige Klimawandel eigentlich was Einzigartiges oder gab es so etwas schon immer?
Andreas: Natürlich ändert sich das Klima im Lauf der Jahrtausende immer wieder. So gab es ja auch Eiszeiten, in denen es viel kälter war als heute. Es war auch schon öfters viel wärmer als momentan. Das Einzigartige ist heute aber, dass die Erwärmung von uns kommt. Das gilt vor allem seit den 1960er-Jahren, da wir immer mehr Abgase in die Luft blasen. Das gab es in der Erdgeschichte bisher nicht.
Nimbo: Die Klimaforscher versuchen vorherzusagen, um wie viel es in den nächsten 50 bis 100 Jahren wärmer werden wird. Diese Vorhersagen schwanken zwischen +2 °C und +6 °C bis ins Jahr 2100. Was stimmt jetzt wirklich?
Andreas: Diese Schwankungen sind natürlich enorm und es hat große Auswirkungen, ob es um 2 °C oder um 6 °C wärmer wird. Es zeigt uns aber, dass wir immer noch zu wenig über das Klima wissen, um ganz genau zu sagen, was passieren wird. Entscheidend ist aber, dass von allen Forschern bisher niemals eine Abkühlung der Atmosphäre, sondern immer eine Erwärmung berechnet wurde.
Nimbo: Durch das Einsparen von Energie und Strom kann ja jeder von selbst dazu beitragen, dass weniger Abgase erzeugt werden. Versuchst du auch privat Energie zu sparen oder glaubst du, dass das nichts bringt?
Andreas: Ganz im Gegenteil! Ich glaube, das ist eine großartige Möglichkeit, um etwas beizutragen. Ich kann auch selber ein Beispiel nennen. Bei meiner Stromrechnung im letzten Jahr habe ich mich zuerst geschreckt, dass ich 147 Euro nachzahlen musste. Dann habe ich erst gesehen, dass das eine Gutschrift war, die ich zurückbekam. Der Grund war, dass ich im Jahr zuvor meinen alten Kühlschrank gegen einen neuen eingetauscht habe, der viel weniger Strom braucht. Beim Energiesparen bin ich äußerst genau. Ich verwende Steckdosenleisten, die ich ausschalten kann, sodass die Geräte nicht auf Standby-Modus laufen, verwende oft den Wasserkocher statt der Herdplatte und so weiter. Man glaubt gar nicht, wie riesig die Möglichkeit zum Einsparen hier ist.
Nimbo: Schülerinnen und Schülern sagt man oft, was sie tun sollen, um die Umwelt zu schützen. Erwachsene machen aber oft genau das Gegenteil. Und bei großen Treffen von Politikern und Politikerinnen kommt auch oft nichts raus. Was meinst du dazu?
Andreas: Tja, oft sind wirklich die Kinder die Vorbilder und nicht die Erwachsenen. Deshalb ist die Arbeit von Schülerinnen und Schülern sehr wertvoll. Ich weiß das noch von früheren Umwelt-Themen. Im Jahr 1978 gab es eine Volksabstimmung. Dabei stimmte die Bevölkerung darüber ab, ob in Österreich ein Atomkraftwerk in Zwentendorf in Betrieb gehen sollte. Ich ging damals noch zur Schule und ich hatte einen Lehrer, der dafür sorgte, dass wir alle unsere Eltern dazu brachten, gegen das Atomkraftwerk zu stimmen. Es ging tatsächlich nie in Betrieb. Schülerinnen und Schüler sind hier also ganz wichtig, um Umweltthemen in ihre Familien zu bringen und sollten deshalb nicht unterschätzt werden.
DANKE für das Interview!
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Weblink: www.andreasjaeger.at
