Fußball und Klimaschutz

Der steirische Fußballer Martin Hiden ist der erste klimaneutrale Fußballer der Welt. Was bedeutet das? Im Interview mit Nimba gibt er Antworten:

Nimba: Herr Hiden, Sie sind der erste klimaneutrale Fußballer der Welt. Wie kam es dazu?
Martin Hiden: Die Klimaschutz-Agentur Climate Partner hat mich gefragt, ob ich Lust hätte, das zu machen. Ich habe mich informiert und kam schnell zu dem Schluss, dass das eine gute Sache ist.

Nimba: Warum gerade Sie?
Martin Hiden: Als langjähriger Nationalspieler habe ich natürlich eine Vorbildfunktion. Die Hoffnung ist, dass der eine oder andere jüngere Spieler sich für das Thema einsetzt. Es kann nämlich jeder Mensch klimaneutral werden.

Nimba: Kennen Sie denn schon andere Spieler, die Interesse hätten?
Martin Hiden: Bisher noch nicht. Das kommt vielleicht noch.

Nimba: War das mal in der Mannschaftskabine Gespräch?
Martin Hiden: Darüber wird nicht so sehr gesprochen. Da haben wir ehrlich gesagt andere Themen.

Nimba: Gab es denn überhaupt schon eine Reaktion auf Ihre Klimaneutralität?
Martin Hiden: Ja, und zwar von höchster Stelle! Ich habe von unserem Umweltminister den „Grünen Ball“ bekommen, für meinen Einsatz für den Klimaschutz.
Diese Auszeichnung haben auch die Betreiber des Klagenfurter Wörthersee-Stadions erhalten. Dort achtet man nämlich auch auf Umweltschutz.

Nimba: Wie funktioniert Ihre Klimaneutralität?
Martin Hiden: Die Klimaschutz-Agentur Climate Partner hat meinen persönlichen „CO2-Fußabdruck“ berechnet. Der ergibt sich durch Autofahrten, Flugreisen und natürlich den eigenen Energieverbrauch. Das versuche ich auszugleichen, indem ich Klimaschutzprojekte unterstütze. Das ist natürlich nur ein kleiner Beitrag, aber viele kleine Teile machen ein Ganzes aus.

Nimba: … wie bei einem Fußballteam.
Martin Hiden: Richtig. Und irgendwann führt dieser Einsatz vielleicht zu etwas Größerem. Durch den persönlichen CO2-Fußabdruck kann ich auch schauen, an welchen Stellen ich meine CO2-Belastung verbessern kann.

Nimba: Wie belastend sind Sie denn als Fußballer für das Klima?
Martin Hiden: Der Durchschnittswert liegt bei 25 Tonnen CO2 pro Jahr.

Nimba: Da käme eine Mannschaft auf 275 Tonnen. Was haben Sie vor Ihrer Zusammenarbeit mit Climate Partner für den Klimaschutz getan?
Martin Hiden: Offen gestanden ist das mein erstes Projekt zu dem Thema. Aber wie gesagt, es führte schon dazu, dass ich darüber nachdenke, was ich selbst tun kann.

Nimba: Zum Beispiel mit dem Rad zum Training fahren.
Martin Hiden: Ja, oder auch mal was zu Fuß erledigen, das Auto stehen lassen.

Nimba: Als Fußballprofi sollten Sie ja gut zu Fuß sein. Sind Sie schon auf Ökostrom umgestiegen?
Martin Hiden: Noch nicht. Aber ich hole mir darüber genauere Informationen ein, auch wie man privat seinen Stromverbrauch senken kann. Damit werde ich mich sicher
in naher Zukunft befassen.

Nimba: Herr Hiden, vielen Dank für das Gespräch.

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Quelle: utopia.de