Wenn man am Klimawandel etwas Gutes sucht, dann wird man tatsächlich fündig. Einige Bereiche in der Steiermark scheinen von einer wärmeren Atmosphäre zu profitieren. So eröffnen sich z.B. vielen industriellen Wirtschaftzweigen neue Absatzpotenziale, wenn sie einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten können.
KlimaFit hat einige weitere Beispiele gesucht und gefunden. Wir nehmen diese „Gewinner“ des Klimawandels etwas genauer unter die Lupe und versuchen herauszufinden, ob es neben den offensichtlichen Vorteilen auch Nachteile gibt. Eines vorweg: Angesichts der großen globalen Probleme, die der Klimawandel bringt, sind die hier gezeigten Vorteile natürlich „Fliegengewichte“.
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Bäder & Co
Die Badesaison an Seen und in Freibädern kann sich verlängern, ebenso die „Schanigarten-Saison“ in den Städten. Freizeitaktivitäten (von Boot fahren über Golf spielen bis zum Reiten) sowie Ausflugsziele und Freiluftveranstaltungen bleiben länger attraktiv.
Aber: Den Seen droht durch höhere Temperaturen eine Gefährdung des Ökosystems. Mögliche extremere Unwetter kommen u.U. Freizeitveranstaltungen in die Quere.
Luftgüte
Hm, wie das? Je wärmer die Winter, desto weniger muss geheizt werden. Dadurch kommt z.B. weniger Feinstaub aus Heizöfen in die Luft.
Aber: Ein echt kurioses Beispiel! Immerhin macht man ja die Produktion von Luftschadstoffen und Treibhausgasen für den Klimawandel mitverantwortlich. Dass dann durch wärmere Winter wieder etwas weniger in die Luft geblasen wird, ist hier wohl eher ein schwaches Argument.
Getränkehersteller
Ganz klar, wenn es heiß ist, trinkt man mehr! Da man seinen Durst nicht immer mit Leitungswasser löscht, sondern auch mit Mineralwasser oder Säften, erfreuen sich Getränkehersteller in heißen Zeiten höherer Absätze.
Aber: Oft wird der Durst mit zucker- oder alkoholhältigen Getränken gestillt - Wasser wäre gesünder! Da Getränke nicht immer in Pfandflaschen verkauft werden, erhöhen sich bei erhöhtem Getränke-Konsum natürlich auch die Abfallmengen.
Baugewerbe
Bei milderem Wetter bzw. in schnee- und eisfreien Wintern kann man am Bau ohne Winterpause durcharbeiten. Transportfirmen würden sch auch freuen, wenn Straßen, Schienen und Flughäfen eisfrei bleiben.
Aber: Wegen der steigenden Zahl von Hitzetagen (Tage über 30°C) wird die Arbeitsproduktivität der Beschäftigten auf Baustellen sinken und die gesundheitliche Belastung steigen.
Umwelttechnik und Alternativenergien
In der Umwelttechnik (z.B. Entwicklung abgasarmer Motoren) werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Erneuerbare Energien wie Solarenergie werden weiter von klimapolitisch motivierten Förderprogrammen profitieren.
Aber: Auch die Produktion und Fertigung von Solaranlagen ist nicht emissionsfrei und erfordert Chemikalien und umweltschädigende Materialien.
Sommerfrische
Der schon angestaubte Begriff „Sommerfrische“ kommt wieder in Mode. Früher verstand man darunter einen Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Land. Große Hitze in den Reisezielen am Mittelmeer oder in den Städten machen höher gelegene ländliche Regionen zu attraktiven Urlaubszielen.
Aber: Höhere Besucherzahlen oder „Event-Tourismus“ könnten sensible Gebirgsregionen belasten.
Winterdienst
Milde Winter mit weniger Schnee und Eis auf den Straßen bedeuten auch weniger Streumittel - das spart Kosten. Die Tabelle rechts zeigt das für die letzten Jahre am Beispiel Graz.
Aber: Falls der Winter trotzdem „hereinbricht“, muss man flexibel sein und Personal bereit stehen. Die milden Winter machen die Flexibilität noch viel schwieriger, da man eine „Armee“ bereithalten muss, sie aber sehr wahrscheinlich nicht braucht - das kostet!
Weinbau
Warme, trockene Sommer bringen Spitzenweine hervor. Die Rotweine von 2003 wiesen deshalb eine Qualität auf, die bislang in der Steiermark als unerreichbar galt.
Aber: Die Steiermark ist ein Weißweinland. Beim Weißwein ist erwünscht, dass er fruchtig und säurebetont ist. Da Weißweine bei uns in klimatischen Grenzlagen wachsen, muss man hier u.U. in höhere Lagen ausweichen, um das beizubehalten.
