Von Seiten der Klimawandel-Skeptiker gibt es immer wieder die selben Argumente zu hören, die angeblich beweisen, dass der Mensch für den momentanen Klimawandel gar nicht verantwortlich ist. Einige davon behaupten, die Elemente der Natur wären „selber daran schuld“, dass sich die Atmosphäre erwärmt.
Hier nehmen drei Klimaexperten aus Deutschland dazu Stellung:
Klimaexperte 1:
Prof. Dr. Jochem Marotzke
Direktor des Max Planck Instituts für Meteorologie in Hamburg
Klimaexperte 2:
Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Klimaexperte 3:
Prof. Dr. Martin Claußen, Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft
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Wenn euch also jemand einmal eines der folgenden vier Argumente auftischt, zeigen euch die drei Experten, wie ihr darauf antworten könnt:
Skeptiker-Argument 1: Das Element Wasser
„Die Ozeane sind Schuld am Klimawandel!“
Kohlendioxid in der Atmosphäre stamme hauptsächlich aus den Ozeanen, argumentieren die Skeptiker.
Jochem Marotzke: „Fakt ist: Jährlich werden etwa 100 Gigatonnen Kohlenstoff zwischen Ozeanen und Atmosphäre ausgetauscht. Das ist ein sehr dynamischer Prozess. In manchen Regionen gibt der Ozean CO2 ab, in anderen nimmt er es auf. Die Menschen blasen jährlich etwa sieben Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre – das mag im Vergleich wenig klingen, aber was zählt, ist der Netto-Effekt. Das Netto ist beim Austausch zwischen Ozean und Atmosphäre ungefähr bei null, ein bis zwei Gigatonnen nehmen die Meere sogar auf. Im Gegensatz dazu führen die Menschen der Atmosphäre kontinuierlich Kohlendioxid zu. Von den sieben Gigatonnen jährlich, die die Menschheit verursacht, bleibt etwa die Hälfte in der Atmosphäre.“
Stefan Rahmstorf: “Netto gibt der Ozean gar kein CO2 ab, sondern nimmt seit Jahrzehnten welches auf. Das ist durch rund 10.000 CO2-Messungen im Ozean von Forschungsschiffen belegt.“
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Skeptiker-Argument 2: Das Element Erde
"Vulkane erzeugen viel mehr CO2 als der Mensch!“
Das bißchen Kohlendioxid von uns ist Nichts im Verlgeich zu den „Abgasen“ von Vulkanausbrüchen, argumentieren die Skeptiker.
Jochem Marotzke: „Vulkane und Gestein geben tatsächlich CO2 ab. Die Menge ist schwer zu messen, aber garantiert deutlich niedriger als die vom Menschen verursachte Menge. Wahrscheinlich machen die CO2-Emissionen durch Vulkane ungefähr zwei Prozent der vom Menschen verursachten Emissionen aus. Eine sehr viel höhere Emissionsrate aus Vulkanen und Gesteinen gilt als unwahrscheinlich. Vor der Industrialisierung war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre relativ konstant. Wäre der Vulkanismus der Hauptemittent, hätte der CO2-Gehalt der Atmosphäre auch vor der Industrialisierung kontinuierlich ansteigen müssen.“
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Skeptiker-Argument 3: Das Element Luft
„Der Wasserdampf in der Luft macht den Großteil des Treibhauseffekts aus!“
Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas und nicht CO2, argumentieren die Skeptiker.
Martin Claußen: „Natürlich ist Wasserdampf das wichtigste Treibhausgas. Er wirkt wie ein Verstärker. Der Wasserdampf ist aber nicht der Grund für die Erwärmung, sondern die Folge: Die Temperatur bestimmt, wie viel Wasserdampf in der Atmosphäre ist und nicht umgekehrt.
Im Gegensatz zum Kohlendioxid bleibt Wasserdampf meist nur wenige Tage in der Atmosphäre und kehrt dann als Regen auf die Erdoberfläche zurück. Je wärmer allerdings die Atmosphäre ist, umso mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Damit spielt der Wasserdampf tatsächlich eine sehr große Rolle beim natürlichen Treibhauseffekt. Die Wasserdampf-Moleküle in der Erdatmosphäre können wiederum Wärmestrahlung absorbieren und die Temperatur so weiter erhöhen - man spricht vom Wasserdampf-Feedback“.
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Skeptiker-Argument 4: Das Element Feuer
„Die Sonne beeinflusst unser Klima!“
Nur Änderungen der Sonnenaktivität verändern unser Klima, argumentieren die Skeptiker.
Stefan Rahmstorf: „Die Sonne ist der Energielieferant der Erde. Ihre Aktivität schwankt in einem ungefähr elfjährigen Zyklus. Es ist unbestritten, dass diese Schwankungen des Sonnenzyklus in der Vergangenheit das Klima verändert haben. Sie können aber aus zwei Gründen die Erwärmung im 20. Jahrhundert nicht erklären. Erstens: Seit Ende der 70er-Jahre wird die Sonnenstrahlung direkt von Satelliten aus gemessen. Diese Beobachtungen zeigten, dass der Unterschied zwischen Maximum und Minimum der Sonnenstrahlung während eines Zyklus etwa 0,1 Prozent der Strahlungsintensität ausmachen. Die Stärke der Schwankungen ist zu gering. Die Strahlungswirkung der vom Menschen verursachten Treibhausgase ist inzwischen um ein Mehrfaches stärker.
Und zweitens: Hätte der Zyklus der Sonne tatsächlich einen signifikanten Einfluss auf das Klima, dann ist es nicht zu erklären, dass sich die Erde in den letzten dreißig Jahren erwärmt und nicht im Takt mit der Sonne wieder abgekühlt hat.
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Bei den Downloads rechts findet ihr weitere Argumente der Klimawandel-Skeptiker.
Quelle: Focus Online
