Unwetter und Naturgefahren

Eine um 1°C wärmere Atmosphäre kann 7% mehr Feuchtigkeit aufnehmen und wird dadurch immer dynamischer. Das bedeutet auch eine höhere Gewittertätigkeit und mehr Starkregen-Ereignisse. Das Steirische Randgebirge zählt schon heute zu den gewitterreichsten Regionen Österreichs.

Link zum Thema Gewitter:
Unwetter werden zunehmen. Ein interaktiver Blitz-Simulator gibt Tipps

Unwetter
Die zu erwartenden stärkeren Unwetter führen dazu, dass in kurzer Zeit mehr Wasser auf die Erde fällt. Dieses Wasser kann nicht schnell genug versickern und fließt oberflächlich ab. Das kann im Gebirge zum Abgang von Muren oder Erdrutschen führen (siehe Fotos unten). In den Tälern können über die Ufer tretende Flüsse und Bäche Hochwasser verursachen. Dazu gibt´s bei den Downloads rechts auch einen Versuch bzw. ein kurzes Video zu diesem Versuch.
Das Video "Mure" rechts zeigt, welche Kräfte freigesetzt werden, wenn Wasser in großen Mengen zu Tal strömt (beachtet die großen Felsbrocken, die mitgerissen werden!).
 

Stürme
Auch wenn in letzter Zeit Österreich von starken Stürmen (z.B. Kyrill, Paula, Emma) betroffen war und Stürme laut Statistik seit 1920 zugenommen haben, lässt sich der Klimawandel hier eher noch nicht als Ursache benennen. Um 1900 stürmte es nämlich noch viel mehr als heute - siehe Graphik unten:

 ... oder in Worten:

  • die meisten Stürme gab´s in Mitteleuropa um die vorletzte Jahrhundertwende
  • um 1900 gab es nahezu doppelt so viele starke Stürme wie heute
  • um 1920 sind Stürme extrem zurückgegangen, ab den 1920-er Jahren wieder leichter Anstieg
  • das Auf und Ab ist derzeit innerhalb der natürlichen Variabilität
  • in Nordeuropa gab es eine Verschärfung des Sturmklimas zwischen 1960 und 1995. Dieses ist aber zu durchschnittlichen Werten zurückgekehrt

Also doch kein Klimawandel? Wir haben deshalb einen echten Profi, den Grazer Klimaforscher Dr. Gottfried Kirchengast vom „Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel“ der Karl-Franzens-Universität Graz befragt.
Sein Kommentar dazu: „Bei allen Bereichen der Klimafolgenforschung sind es gerade die Stürme, bei denen noch die größte Unsicherheit besteht. Dürren und Hitzerwellen geben alle ein eindeutiges weltweites Signal, dass deren Zunahme mit dem Klimawandel einhergeht, bei den Stürmen ist das nicht eindeutig, v.a. bei uns nicht. Etwas anders ist es bei den tropischen Wirbelstürmen. Vor allem bei den Hurrikans sind Anzeichen erkennbar, das im Zuge des Klimawandels eine Stärkenzunahme zu verzeichnen ist.
Als Physiker kann ich zu den Stürmen in den Alpen, also auch in der Steiermark, nur spekulativ eine mögliche Zunahme annehmen. In Zukunft sind stärkere Kontraste der Temperatur- und Drucklagen über den Alpenhauptkamm zu erwarten, was zu verstärkter Sturmhäufigkeit führen kann."


Das gesamt Interview gibt´s hier.
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