Klimawandel in Hollywood

Schon seit Jahren geistern immer wieder Klimakatastrophen durch Film und Fernsehen. Teils zeigen sie glaubwürdige Szenarien, teils zweifelhafte, einige aber schießen haarsträubend weit an der Realität vorbei. KlimaFit beleuchtet einige Klimastreifen aus Hollywood und deren „Bildungsauftrag“.
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The day after tomorrow
Regie: Roland Emmerich (2004)

Inhalt: Im Film mit Hauptdarsteller Dennis Quaid kühlt die Nordhalbkugel innerhalb von wenigen Tagen um einige Grade ab und versinkt in Eis und Schnee. Als Ursache für die neue Eiszeit wird der Ausstoß von Treibhausgasen angenommen, in dessen Folge abschmelzendes Polareis die globalen Meeresströmungen, etwa den Golfstrom, zusammenbrechen lässt.

Hintergrund: Faktum ist, dass es in der Erdgeschichte Eiszeiten gab, in denen über halb Europa und Nordamerika Eis lag. Vor 20.000 Jahren waren auch große Teile der Steiermark vergletschert. Veränderte Meeresströmungen können lokal heftige Auswirkungen haben. Ohne den wärmenden Golfstrom wären speziell Nord- und Westeuropa empfindlich kälter als heute.

Kritik: Klimaforscher Ernest Rudel von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik zur Seriosität des Streifens: „Innerhalb von Tagen kann so etwas nicht gehen. Das ist ein Prozess über Jahrtausende. Eiszeiten werden u.a. durch Veränderungen der Sonneneinstrahlung auf die Erde verursacht oder wenigstens ausgelöst. Das Zusammenbrechen von Meeresströmungen ist nicht ausreichend.“
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Eine unbequeme Wahrheit

Regie: Davis Guggenheim (2006)

Inhalt: In dem Film stellt der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore seine Sicht des derzeitigen Standes der Klimaforschung dar und kommentiert diesen. Er liefert dazu drastische Beispiele aus verschiedenen Erdregionen und blickt in der Klimageschichte zurück, um die außergewöhnliche Geschwindigkeit der momentanen Atmosphärenerwärmung für jedermann zu verdeutlichen.

Hintergrund: In den letzten 650.000 Jahren ist laut Untersuchungen an Eisbohrkernen das Verhältnis zwischen dem CO2-Anteil und dem Rest der Atmosphäre relativ konstant geblieben. Doch in den letzten 50 Jahren ist der CO2-Anteil überdimensional angestiegen. Je mehr CO2 freigesetzt wird, desto mehr Strahlung wird in der Atmosphäre „zurückgehalten“. Das heizt das Erdklima zusätzlich an.

Kritik: Der Stand der Klimaforschung wird großteils richtig dargestellt. An britischen Schulen darf der Film aber seit 2007 nicht mehr unkommentiert vorgeführt werden. Ein Gericht befand ihn für fehlerbehaftet und verlangt, bei einer Vorführung auf 9 Fehler hinzuweisen, wie etwa das erwähnte rasche Abschmelzen der westlichen Antarktis, das in Wirklichkeit hunderte oder tausende Jahre dauern würde.

Hintergrundinfos
zum Film gibt´s bei als Lehrerhandreichung bei den Downloads rechts.
 

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The 11th Hour - 5 vor 12

Regie: Nadia Conners, Leila Conners Petersen (2007)

Inhalt: Der Film analysiert, wie wir das Ökosystem beeinflussen und was wir tun können, um eine Wende herbeizuführen. Prominente und über 50 führende Wissenschafter, Denker und Meinungsbildner stellen die Tatsachen vor und diskutieren wie wir das Ruder noch herumreißen können, um die Erde vor dem Kollaps zu bewahren. Leonardo DiCaprio führt
durch den Film

Hintergrund: Der Klimawandel ist nur eines von vielen Umweltproblemen, wenn auch sicherlich ein prioritäres. Diese Probleme stehen teils in engem Zusammenhang. Gesteigerter Konsum verlangt nach weiterer Produktion, dabei enstehen Müll, Wasser- und Luftverunreinigungen, wobei letztere das Klima beeinflussen können. Zahlreiche soziale Probleme, Armut undKriege sind da noch gar nicht erwähnt.

Kritik: „The 11th Hour“ ist ganz furchtbar gut gemeint und dessen Botschaft ist von keiner Seite anzuzweifeln. Die Doku präsentiert aber kaum einen neuen Gedanken und ist eine derart rasante Abfolge von Bildern und Kommentaren, dass nach 20 Minuten die Aufmerksamkeit schwinden muss. Im Film wird fast alles aufgezählt, was einem zum Thema Umwelt nur einfallen kann - das ermüdet!

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The Great Warming
Regie: Michael Taylor (2006)

Inhalt: Keanu Reeves („Matrix“) und Alanis Morissette präsentieren eine alarmierende Momentaufnahme unseres Planeten Erde. Sie dokumentieren in lebensnahen Geschichten, wie durch den Temperaturanstieg unser Lebensraum in Gefahr gerät, stellen ungewöhnliche und innovative Projekte vor und zeigen Men­schen, deren Leben sich durch den Klimawandel bereits massiv verändert hat.

Hintergrund: Seit einigen Jahrzehnten verzeichnen Wissenschafter weltweit ein Ansteigen der Lufttemperaturen sowie, offenbar damit zusammenhängend, eine Zunahme von bedrohlichen Wetterphänomenen und Naturkatastrophen. Weitere indirekte Folgeerscheinungen wie die Ausbreitung von Epidemien oder Insektenplagen werden im Film ebenso behandelt wie mögliche Gegenmaßnahmen.

Kritik: „The Great Warming“ wurde von mächtigen evangelikalen Kreisen unterstützt, die sich gegen Ex-US-Präsidenten George Bush stellten und großen Einfluss aufs konservative Wahlvolk haben. Wurde hier Umweltschutz für politische Zwecke entfremdet? Der Film mahnt, dass untätige Staatsmänner als die nächsten Adolf Hitler oder Pol Pot in die Geschichte eingehen würden - das geht zu weit!

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